Wechsel von FHEM zu IP-Symcon

Veröffentlicht von Daniel am

Lange ist der letzte Beitrag zum Thema Haussteuerung her, unterdessen hat das von mir entwickelte FHEM Frontend großen Anklang gefunden. Damit einhergehend stiegen natürlich auch die Ansprüche seitens der Community. Damit erhöhte sich der damit verbundene Aufwand meinerseits für die Entwicklung und die Tests, sodass ich mich gerne an die Community mit der Bitte um Unterstützung gewand habe. Leider war quasi niemand bereit sich an dem Projekt zu beteiligen, so dass ich mich am Ende dazu entschieden habe die Entwicklung am Frontend komplett einzustellen. Der Sourcecode liegt unterdessen auf Github und wartet darauf, dass sich jemand dessen annimmt. Eventuell Forke ich das Projekt auch und binde den Socket an die neue Automatisierung an – mal sehen.

Was kommt als nächstes ?
Die Frage habe ich mir selbst oft gestellt, habe viele Lösungen zur Hausautomatisierung unter die Lupe genommen. In der Endauswahl standen für mich Loxone oder IPSymcon.

Die Basisversion von IP-Symcon kostet 99,99 Euro dem entgegen stehen 493,85 Euro für einen Loxone Homeserver. Außerdem bietet IPSymcon an, dass System mittels der Programmiersprache PHP zu erweitern. Loxone verfolgt hier ein ganz anderes Konzept, welches sicher auch sehr interessant ist für Personen die sich eher in der Elektronik als in der Programmierung zuhause fühlen. Loxone Systeme werden mittels eines Logik Baukastensystems programmiert, d.h. man zieht sich innerhalb einer GUI beispielsweise UND, ODER Gatter oder Zählbausteine zur Hilfe und verbindet diese zu einer Gesamtschaltung die dann gewisse Dinge tun kann.

Ich habe zwar gelernt mittels Logikbausteinen Schaltungen aufzubauen, jedoch bin ich aus dem Thema seit über 18 Jahren raus und bewege mich deutlich sicherer auf der Seite der Programmiersprachen. Aus diesem Grund, und natürlich auch von den Anschaffungskosten, habe ich mich für IP-Symcon als Hausautomatisierungslösung unserer Wahl entschieden.

IP-Symcon ist nun seit gut einem halben Jahr bei uns im Einsatz und wird stetig erweitert und gewinnt zu meiner Freude immer mehr Akzeptanz bei meiner Frau die langsam aber sicher die Sinnhaftigkeit einer solchen Lösung erkennt :)

Klar ist auch, dass eine „fertige“ Lösung wie IP-Symcon weniger anpassungsfähig als ein selbst gebautes Frontend ist, aber es gibt die Möglichkeit das Frontend mittels einem eigenen Skin und CSS Techniken zu verschönern. Wem das nicht ausreicht, gibt es eine Software namens IPSView welche an IPSymcon andockt und mittels einem WYSIWYG Editor ganz schicke Gestaltungsmöglichkeiten für die Oberfläche bereitstellen. IPSView ist optional, allerdings habe ich diese kurz nach der Anschaffung gekauft und damit etwas herum experimentiert. Ich bin noch unsicher, ob ich lieber das mitgelieferte Webfrontend oder IPSView auf den Terminals im Haus einsetzen möchte.

Leider bietet IP-Symcon in der Basic Version nur die Möglichkeit ein Webfrontend zu haben, oftmals ist es ja so, dass man auf den unterschiedlichen Terminals ein auf der jeweiligen Auflösung angepasstes Frontend anzeigen möchte. Hier bietet IPSymcon eine Professional Version hat die dies neben einigen anderen coolen Features ermöglicht. In der Professional Version wird die maximale Variablenanzahl von 200 auf 1000 angehoben, was auch sehr praktisch ist. Leider ist die Anschaffung von 249,99 Euro nicht gerade günstig, ein Update von Basic auf Professional schlägt mit 179,99 Euro zu Buche.

Auf Kurz oder Lang war klar, die Professional muss her. Also erledigte ich das Upgrade kürzlich und bin nun auch mit den Webfrontend recht happy. Warum ? Nun in der Professional Version kommt auch ein Editor mit, mit dessen man nun auch die Seiten in Bereiche einteilen kann und so die Informationen übersichtlicher präsentieren kann.

Die Aktoranbindung (aufmerksame Leser wissen ja dass ich bisher nur Aktoren von Homematic einsetze) ging ebenfalls absolut unproblematisch über die Bühne. Es verrichtet bisher alles ohne großes Tamm Tamm seine Dienste sehr zuverlässig.

Aus diesem Grund wird es künftig wieder mehr zum Thema Hausautomatisierung von mir an dieser Stelle geben, nur eben nicht mehr mit dem Fokus auf FHEM sondern auf IP-Symcon.

Auch den einen oder anderen Basteltip möchte ich in naher Zukunft für euch bereitstellen, denn nicht immer muss man teure Sensoren oder Aktoren von der Stange kaufen. Nicht selten gibt es auch keine Komplettlösung am Markt, wo man am Ende einfach nicht drum herum kommt selbst etwas zu basteln.

Ihr dürft also gespannt sein!

 


4 Kommentare

Chris · 5. Juli 2015 um 21:47

hi, paar screens oder ein Video wäre cool von der Software

    Daniel · 11. Juli 2015 um 20:02

    Ein paar Bilder kann ich demnächst einmal zeigen, dann bin ich hoffentlich mit dem Layout erst einmal so zufrieden.

Matthias · 17. September 2015 um 16:09

Hi Daniel,

danke für deine super Blog-Posts! Ich bin Entwickler und habe mir vor zirka einem Jahr ein Mini-Setup mit FHEM aufgebaut. Ein paar Schaltbare Steckdosen von Intertechno, Heizungsthermostate von HomeMatic, ein Raspberry und ein CUL. Also eigentlich vieles von dem, was Du vorher auch im Einsatz hattest.

Ich muss sagen, dass ich die Oberfläche von FHEM mittlerweile total nervig finde und irgendwie auch nichts so richtig geil funktioniert. Daher liegt das Thema bei mir seit gut einem Jahr brach. Aber das darf nicht so bleiben – da muss noch was gehen!

Vor zirka 10 Minuten habe ich mich total gefreut, dass jemand ein neues und cooles Frontend für FHEM geschrieben hat. Aber am Ende bleibt es halt doch FHEM, ne? Das GitHub-Projekt von Dir ist ja auch schon etwas verstaubt.

Aber egal – ich möchte FHEM jedenfalls ablösen! Gerne auch mit irgendwas auf dem Raspberry und CUL (openHAB oder pimatic). Oder würdest Du empfehlen, auf ein ganz anderes System zu setzen? Ich finde Fibaro ja z.B. tierisch interessant. Irgendwie setzen ja auch immer mehr Hersteller auf z-wave. Da frage ich mich, ob sich ein Ausbau von den HomeMatic-Komponenten überhaupt noch lohnt.

Würde mich über einen Denkanstoß freuen. :)

Habe dich mal in meinen Feedreader aufgenommen – bin gespannt, was noch so passiert :)

    Daniel · 2. August 2016 um 18:41

    Hi Matthias,

    sorry für die mega verspätete Antwort! Wie weit bist du denn aktuell ?

    Der Ausbau mit Homematic Komponenten lohnt sich durchaus, da EQ3 auch die Produkte weiterentwickelt und pflegt. Ich bin die letzten 2 Jahre mit Homematic gut gefahren, allerdings darf man sich nicht zu sehr auf eine Plattform einschießen. Andere Hersteller haben für den einen oder anderen Zweck bessere Produkte im Portfolio, sodass man am Ende um einen Mix aus Herstellern und Protokollen aktuell nicht drum rum kommen wird.

    Letzteres finde ich auch gar nicht schlimm, solange die Automatisierungsbasis (Loxone, IP-Symcon, Gira etc.) diese Protokolle und Hersteller unterstützt.

    Diese ganze Thematik ist erst im kommen, viel muss man noch selbst implementieren oder hoffen das es jemand anderes tut. Der ganze Markt wird sich vermutlich in den nächsten 3-5 Jahren komplett drehen und man wird sich sicher auch auf Standards einigen – so etwas haben wir in der Vergangenheit ja schon oft erlebt, dass erst ein ganzer Urwald aus Produkten entsteht und man sich schlussendlich auf eine Marschrichtung einigt.

    Es bleibt weiter spannend!

    Daniel

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