Grundsteuer

Mit etwas Planung lassen sich die meisten Kosten während dem Hausbau recht gut planen. Auch die laufenden Unterhaltskosten (monatliche, halbjährliche und jährliche) die nach dem Hausbau auf einen zukommen lassen sich bereits im Vorfeld überschlagen, wie zum Beispiel:
– Strom und Wasser
– Heizkosten
– Müll
– Internet und Telefon
– GEZ
– Versicherungen (Hausrat, Gebäude, Haftpflicht, Rechtschutz, etc.)

Womit sich viele Bauherren jedoch bei der Kostenplanung schwer tun, ist die Ermittlung der Grundsteuer. Bei der Grundsteuer handelt es sich um eine Steuer auf das Eigentum an Grundstücken und deren Bebauung.

Um diese Steuer zu berechnen setzt das Finanzamt erst einmal einen Einheitswert für das Grundstück mit dem darauf gebauten Gebäude fest. Der Einheitswert sagt aus, was das Haus 1964 (alte Bundesländer) bzw. 1935 (neue Bundesländer) gekostet hätte. So kommt es dann vor, dass der Wert des errichteten Hauses 250.000 EUR entspricht, der Einheitswert aber nur 50.000 EUR beträgt.

Der Bauherr erhält im Normalfall automatisch ein Formular vom Finanzamt zugeschickt zur Ermittlung des Einheitswertes. Wir erhielten dieses Formular erst Ende 2016, also knapp 2 1/2 Jahre nach Einzug und musste daher auch für den Zeitraum ab Einzug die Grundsteuer nachzahlen. Da wir jedoch regelmäßig bereits Grundsteuer für den Wert des unbebauten Grundstückes bezahlt hatten wurde für die Nachzahlung lediglich der Differenzbetrag zwischen der Grundsteuer für das bebaute Grundstück zum unbebauten Grundstück fällig.

Auf den ermittelten Einheitswert wird anschließend die einheitliche Grundsteuermesszahl und der Hebesatz der Gemeinde angewandt, dieser ist oftmals auf der Homepage der entsprechenden Gemeinde ausgewiesen. Bei den Hebesätzen wird noch zwischen Hebesatz A – für Betriebe der Land- und Forstwirtschaft und Hebesatz B- für andere Grundstücke unterschieden.

Aktuelle Hebesätze unserer Gemeinde

Da die Ermittlung des Einheitswertes für den normalen Bauherren recht undurchsichtig und nicht nachvollziehbar ist, lässt sich die Grundsteuer im Vorfeld meistens nur sehr ungenau ermitteln. Hilfreich können hierzu „Grundsteuer Rechner“ im Internet sein.

Beispielrechnung:
Einheitswert: 50.000 EUR
Grundsteuermessbetrag (0,3% * 50.000 EUR) : 150 EUR
Hebesatz der Gemeinde : 270 %
Jährliche Grundsteuer (150 EUR * 270 %): 405 EUR

Auch wir versuchten mit Hilfe eines Online-Rechners die Höhe der Grundsteuer zu ermitteln, je nach verwendetem Rechner kamen hierbei Werte zwischen 350 und 420 EUR raus.

Die Überraschung kam jedoch erst, nachdem wir den Brief der Gemeinde mit der tatsächlich ermittelten Grundsteuer erhalten haben. Diese beträgt für unser Grundstück mit bebautem Gebäude 202,40 EUR jährlich. Netter Nebeneffekt, unsere Gemeinde bucht den Betrag automatisch vierteljährlich ab, so das nicht einmal im Jahr ein großer Betrag fällig wird (was natürlich für die Haushaltskasse angenehmer ist).

Die Höhe der Grundsteuer kann von Gemeinde zu Gemeinde stark schwanken, daher sollte man in der Planung lieber einmal den höheren Betrag einplanen und sich im Nachhinein freuen wenn es doch weniger ist.

 

Zusatzkosten durch Aufbemusterung, Sonderwünsche oder nicht im Hauspreis enthalten

Wir wohnen mittlerweile schon etwas mehr als ein Jahr in unserem Haus und werden immer wieder von zukünftigen Bauherren oder Interessenten kontaktiert die viele Fragen zum Hausbau haben.
Gerne versuchen wir diese Fragen so gut es geht zu beantworten und auch mal mit einer Führung durch unser Haus die Neugier etwas zu befriedigen :)
Eine Frage taucht dabei immer wieder auf: „Welche Zusatzkosten hattet Ihr den?“

Daher möchten wir hier einmal eine kleine Übersicht zu unseren Zusatzkosten (zumindest die, die uns jetzt nach der langen Zeit noch einfallen *g*) geben. Bei diesen Kosten handelt es sich um Leistungen die nicht im Grundpreis des Hauses enthalten (oftmals auch da wir mit Keller gebaut haben, aber das macht ja nicht jeder) waren oder Dinge die wir zusätzlich gerne wollten bzw. die wir aufbemustert haben.

Kostenpunkte entstanden durch Aufbemusterung bzw. aufgrund von Sonderwünschen:
– zwei bodentiefe Duschen mit Glasseitenteilen und Wedi-Elementen: 1.650 EUR
– drei Glastüren mit Mattierung:                                                              1.500 EUR
– Haustüre mit Glasseitenteil in grau
(Seitenteil 650 EUR, Haustüre 1.840 EUR):                                            2.490 EUR
– elektrische Rollläden
(7 Stück im EG inkl. Installation und Gruppenschaltung):                     3.850 EUR
– Setzstufen (Treppe Keller zu EG):                                                          600 EUR
– Fertiggarage (ohne Fundament):                                                        5.310 EUR
– zusätzliche Wandöffnung Keller (für Türe):                                            199 EUR
– Kellererhöhung:                                                                                   2.020 EUR
– Fensteränderungen
(Folierung, 4 zusätzliche Dachflächenfenster,
abschließbare Oliven im DG, Geländer):                                              3.530 EUR
– Änderung Dachneigung
(für höheren Kniestock):                                                                       1.260 EUR
– Verlegung Netzwerkkabel:                                                                    500 EUR
– Zusätzliche Steckdosen/Schalter:                                                    nicht mehr bekannt

Kostenpunkte entstanden, da nicht im Hauspreis enthalten (einige dieser Kosten sind entstanden, da wir mit Keller gebaut haben):
– Lichtschächte Keller (4 Stück nicht über allkauf gekauft)               858 EUR
– Kellertüren inkl. Zargen (4 Stück, nicht über allkauf gekauft):        800 EUR
– Holztreppe (Keller zu EG):                                                           4.720 EUR
– Estrich im Keller                                                                               nicht mehr bekannt
– Perimeterdämmung für Keller
(nicht über allkauf gekauft):                                                            2.814 EUR
– Gerberit Vorwandgestelle für Waschbecken/Toilette
(4 Stück):                                                                                           400 EUR
– Podest für Warmwasserspeicher:                                                   500 EUR
– Warmwasserleitungen Gästebad:                                                   300 EUR


Was wir hier jetzt nicht aufgeführt haben sind zusätzliche Kosten die uns bei der Aufbemusterung selbst entstanden sind (z. B. andere Bodenbeläge als im Standard, andere Zimmertüren, andere Fensterbänke, etc.) da hier jeder individuell nach seinem Geschmack entscheidet und viele bei der Bemusterung im Standard bleiben da auch hier eine große und gute Auswahl besteht.

Diese Übersicht soll auch nur als kleine Orientierungshilfe dienen und zeigen, dass man bei der Finanzierung noch einen guten Puffer einbauen sollte da viele dieser Kosten im Vorfeld vielleicht noch gar nicht bekannt sind. Die Preisangaben sind auch vollkommen unverbindlich und individuell, da sich Preise mit der Zeit natürlich auch ändern können.

Finanzierung und Grundstückskauf

Die Finanzierung bei unserer Hausbank war nun in trockenen Tüchern, also trafen wir uns nun mit den Eigentümern des Grundstücks beim Notar.

Der Notartermin war eine sehr kurze Angelegenheit, der Notar nahm unsere Personalien auf, las noch einmal den Kaufvertrag vor und ein paar Unterschriften später waren wir Grundstückseigentümer :)

Der erste große Meilenstein war geschafft.